Presse


Berliner Zeitung | 15.04.2004

Angespannte Lage

Erstmals seit Jahren wird es am 1. Mai eine gemeinsame Revolutionäre Demonstration geben.


Andreas Kopitz

Die Polizei will am 1. Mai dieses Jahres mit mindestens 7 500 Beamten in Berlin für Ruhe sorgen. Ein Großteil der Polizisten reist wie in den vergangenen Jahren aus anderen Bundesländern zur Unterstützung an.

Krawalle gibt es möglicherweise schon am Vorabend, der Walurgisnacht. im Mauerpark in Prenzlauer Berg ist eine offizielle Veranstaltung geplant, bei der auf einem "Demo-Sattelschlepper" vier bands auftreten.

Die Sicherheitslage ist sowohl am 30. April als auch am 1. Mai in Berlin angespannt. Denn am 30. April muss die Polizei nicht nur den Mauerpark bewachen sondern auch das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Mitte. Dort treffen sich rund 800 hochrangige Vertreter der Europäischen Union zu einer Festveranstaltung anlässlich der EU-Osterweiterung. Zur selben Zeit haben linke Gruppen eine Demonstration "Kommunismus statt Europa" angemeldet. Am 1. Mai selbst rechnet die Polizei mit Ausschreitungen in Kreuzberg.

Am 1. Mai soll es ab 16 Uhr die "Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration" geben. Nach Vorstellung der Organisatoren soll der Zug am Potsdamer Platz starten und durch Mitte zum Görlitzer Bahnhof in Kreuzberg ziehen.

Die Versammlungsbehörde der Polizei wird die geplante Route voraussichtlich nicht genehmigen. Entsprechende Verhandlungen mit den Veranstaltern laufen. Auch die angemeldete Route der Aufzuges am Vortag gegen die EU-Erweiterung wird nicht genehmigt. Die Polizei will, dass die Demonstranten am 30. April durch Nebenstraßen nördlich der Straße Unter den Linden ziehen.