Presse


RBB Berlin | 17.04.2004

Demonstrationen

1. Mai: Berliner Polizei macht mobil


Wegen mehrerer politischer Großereignisse und der erwarteten Krawalle kommt auf die Berliner Polizei am Wochenende um den 1. Mai ein tagelanger Großeinsatz zu.

Insgesamt sollen nach Angaben der Polizeiführung knapp 8.000 Beamte im Einsatz sein. Im letzten Jahr waren es rund 7.500. Polizisten und Bundesgrenzschützer aus ganz Deutschland sollen in der Hauptstadt für Sicherheit sorgen.

Als prominente Staatsgäste werden unter anderem US-Außenminister Colin Powell zur OSZE-Konferenz erwartet, außerdem kommt der israelische Staatspräsident Moshe Katsav, und die EU-Osterweiterung wird gefeiert.

Sicherheitsstufe 1 gilt für die Polizei bereits ab dem 28. April, wenn die zweitägige Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) beginnt. Gleichzeitig trifft Katsav in Berlin ein und bleibt bis zum 30. April. An diesem Tag beginnen die Festakte zur EU-Osterweiterung.

Bereits am Vorabend des 1. rechnet die Polizei mit ersten Krawallen. Linke Gruppen riefen zu einer großen Anti-Europa Demonstration unter dem Motto "Kommunismus statt Europa" auf.

"Realistisch betrachtet ist es unwahrscheinlich, dass es ganz ruhig bleiben wird", sagte eine Polizeisprecherin. Gegen eine NPD-Demonstration kündigten linke Gruppen bereits vor Wochen Protestkundgebungen an.

Im Stadtteil Kreuzberg versuchen Geschäftsleute und Bezirkspolitiker mit einem Straßenfest aggressive Jugendliche und Linksradikale von dem jährlichen Gewaltritual abzuhalten. Die Aussichten auf eine friedliche Kreuzberger Nacht sind nach allgemeiner Einschätzung allerdings gering.