Presse
 
Berliner Morgenpost | 28.04.2004
Info: Demo gegen EU
Schon am Vorabend des 1. Mai demonstrieren zwei linke Gruppierungen gegen die EU-Erweiterungsgala im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. Die Gruppen "Kritik und Praxis" (KP) und "Postpessimisten", noch 2003 Mitorganisatoren der "Revolutionären 1.-Mai-Demo" in Kreuzberg, rufen um 18 Uhr unter dem Motto "Die Sterne vom Himmel holen" zu einem Protestzug vom Bahnhof Friedrichstraße zum Rosenthaler Platz auf.
"Wir wollen den Freudentaumel nicht mitmachen", sagte gestern "Postpessimist" Tobias Raeser und betonte zugleich, die Demonstration richte sich nicht gegen die Beitrittsländer. Vielmehr sehe man die Europäische Union in ihrer derzeitigen Form als "Akteur der neoliberalen Globalisierung". Dem Nationalismus der Einzelstaaten werde lediglich ein Euro-Nationalismus entgegengesetzt.
Die Organisatoren des Protestes rechnen in Berlin mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Polizei befürchtet Auseinandersetzungen am Rande des Zuges und hat deshalb strenge Auflagen erlassen. So dürfen die Demonstranten keine Seitentransparente mitführen und müssen von ihrer ursprünglich geplanten Route abweichen. KP-Sprecher Fabian Kunwalski kritisierte die "vorzeitige Kriminalisierung" und kündigte an, juristisch gegen die von der Polizei erteilten Auflagen vorzugehen.
fal
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