Presse
 
SAT 1 Nachrichten | 01.05.2004
Krawalle zur Walpurgisnacht in Berlin
8.000 Beamte im Einsatz
Berlin. Anlässlich der Walpurgisnacht ist es am frühen Samstagmorgen in Berlin zu Krawallen gekommen, nachdem der Freitagabend unerwarteterweise relativ friedlich verlaufen war.
Während eines Straßenfestes im Bezirk Prenzlauer Berg bewarfen Jugendliche nach Mitternacht Polizisten mit Steinen und Flaschen; vereinzelt wurden auch Knallkörper geworfen. Es gab Verletzte und einige Festnahmen. Genaue Zahlen konnte die Polizei zunächst nicht nennen. Nach zweistündigen Ausschreitungen nahm die Zahl der Randalierer ab. Für den Samstag werden weitere Auseinandersetzungen erwartet. Die Polizei bietet rund 8.000 Beamte aus dem gesamten Bundesgebiet auf. Über die Hälfte davon sollen im Bezirk Kreuzberg eingesetzt werden, wo eine "Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration" stattfindet. Ausschreitungen könnte es auch anlässlich einer NPD-Demonstration im Bezirk Lichtenberg geben, zu der die NPD 2.500 Teilnehmer erwartet.
Am Freitagabend hatten in Berlin rund 1.500 Menschen gegen die Erweiterung der EU demonstriert. Nach Angaben der Polizei verlief der Protest unter dem Motto "Kommunismus statt Europa" friedlich. Anlässlich dieser Demonstration waren 1.900 Polizisten eingesetzt. Ebenfalls am Freitagabend fand im Mauerpark im Bezirk Prenzlauer Berg ein Walpurgisfest statt, an dem laut Polizei annähernd 4.000 Menschen teilnahmen. Nach den ersten Ausschreitungen jugendlicher Randalierer, die auch Feuer auf der Straße anzündeten, begann die Polizei den Park zu räumen.
In den vergangenen Jahren war es bei Walpurgisnachtfeiern in der Nacht zum 1. Mai und am Tag der Arbeit selbst in Berlin immer wieder zu Krawallen gekommen. Im vergangenen Jahr gab es im Anschluss an friedliche Kundgebungen und Straßenfeste im Bezirk Kreuzberg nächtliche Straßenschlachten, bei denen 175 Polizisten verletzt und 139 Demonstranten festgenommen wurden.
|